Aus dem Rheinland

Welche Flüsse prägen Düsseldorf neben dem Rhein? Düssel & Itter

Düsseldorf ist mehr als das Rheinufer: Nebenflüsse wie Düssel, Itter und der Angerbach prägen Stadtteile ganz unterschiedlich. Der Artikel zeigt, wo die Gewässer im Stadtgebiet sichtbar sind, welche Nebenabschnitte sich für Spaziergänge lohnen und welche Touren sich für 1 bis 3 Stunden eignen—inklusive praktischer Hinweise zu Nässe und Naturschutz.

Übersicht: Düssel, Itter, Angerbach und weitere Gewässer in Düsseldorf

Welche Flüsse prägen Düsseldorf neben dem Rhein? Düssel, Itter & Co. – Übersicht für Spaziergänge

Welche Flüsse prägen Düsseldorf neben dem Rhein? Düssel, Itter & Co. – Übersicht für Spaziergänge: Dieser Guide zeigt Ihnen die schönsten Abschnitte abseits des Rheinufers. Der Rhein dominiert das Stadtbild, keine Frage. Doch Düsseldorf wird von mehreren weiteren Gewässern durchzogen, die das Stadtgebiet auf ganz eigene Weise gliedern. Die wichtigsten Nebenflüsse und -bäche sind die Düssel, die Itter und der Angerbach. Alle drei entwässern letztlich in den Rhein, prägen aber auf dem Weg dorthin ganz unterschiedliche Stadtteile. Wer die Namens- und Lagebezüge zwischen Rhein und Düssel genauer verstehen möchte, findet dazu passende Hintergründe.

Die Düssel ist die Namensgeberin der Stadt und entspringt im Bergischen Land östlich von Wuppertal. Sie durchquert Düsseldorf von Ost nach West: von Gerresheim über Eller, Wersten und Bilk bis zu ihren Mündungsarmen im Bereich zwischen Altstadt und Unterbilk. Dabei verzweigt sie sich in mehrere Arme – die sogenannte Nördliche und Südliche Düssel – bevor sie den Rhein erreicht. Gut sichtbar ist sie unter anderem im Stadtteil Düsseltal, entlang des Zooparks und im Bereich des Hofgartens.

Die Itter liegt im Süden. Sie entspringt im Bereich Solingen-Ohligs und erreicht das Stadtgebiet über Benrath, wo sie durch den Schlosspark fließt, bevor sie südlich von Urdenbach in den Rhein mündet. Der Angerbach (kurz: Anger) ist kleiner und weniger bekannt. Er entspringt bei Wülfrath im Niederbergischen Land, durchfließt Heiligenhaus und Ratingen, erreicht Düsseldorf bei Angermund und mündet schließlich in Duisburg-Angerhausen in den Rhein – deutlich nördlicher, als viele vermuten. Neben diesen dreien gibt es weitere Zuläufe wie den Kittelbach im Norden (Unterrath, Stockum, Lohausen) oder kleinere Düssel-Zuflüsse wie den Grafenberger Bach. Zusammen ergeben sie ein Netz, das die Stadtlandschaft weit über das eigentliche Rheinufer hinaus formt.

Wie fließen Düssel und Itter durch die Stadt – und wo erkennt man sie?

Beide Flüsse zeigen sich dem Spaziergänger sehr unterschiedlich. Die Düssel wechselt auf ihrer Stadtpassage mehrfach den Charakter: Im Osten, zwischen Gerresheim und dem Grafenberger Wald, fließt sie noch in einem weitgehend naturbelassenen Bett mit begleitendem Ufergehölz. Gut erkennbar ist dieser Abschnitt entlang der Düsselstraße und im Bereich des Wildparks Grafenberg. Weiter westlich, in Flingern und Bilk, verschwindet sie zeitweise unter dem Straßennetz – Kanaldeckel und plötzlich auftauchende Brückengeländer sind dann die einzigen Hinweise.

Wer gezielter sucht, wird im Stadtteil Düsseltal fündig: Entlang des Zooparks und im Hofgarten ist die Nördliche Düssel über längere Strecken offen geführt und gut zugänglich. Auch der sogenannte Stadtgraben, ein historischer Arm der Düssel, ist in Teilen noch erkennbar. Mündungsnah, kurz vor dem Rhein, weitet sich das Gelände im Bereich zwischen Unterbilk und dem Hafenumfeld spürbar auf.

Die Itter ist leichter zu verfolgen. Vom Benrather Schlosspark an ist sie über weite Strecken sichtbar. Der Uferweg führt durch Auen und Wiesenflächen, die im Frühjahr besonders grün leuchten. Ihr Unterlauf bei Urdenbach zählt zu den naturnahsten Abschnitten im gesamten Stadtgebiet: Flachwasser, Kiesbänke, gelegentlich rastende Enten und Reiher. Die Urdenbacher Kämpe – so die offizielle Bezeichnung des Schutzgebiets – schließt sich direkt an und verstärkt den Eindruck einer unberührten Auenlandschaft mitten in der Großstadt.

Welche Nebenflüsse lohnen sich besonders für Spaziergänge?

Das kommt auf Ausgangsort und verfĂĽgbare Zeit an. Hier eine kurze Auswahl:

  • Kurze Runde (30–60 Minuten): Der DĂĽssel-Abschnitt entlang des Zooparks und durch den Hofgarten im Stadtteil DĂĽsseltal eignet sich ideal fĂĽr einen schnellen Spaziergang. Gut erreichbar mit S-Bahn oder Stadtbahn, flaches Gelände, befestigte Wege. Ruhig, aber mitten in der Stadt.
  • Mittlere Tour (1,5–2 Stunden): Der Itter-Uferweg zwischen Benrath und Urdenbach ist der empfehlenswerteste Abschnitt fĂĽr alle, die naturnahe Wege suchen. Startpunkt ist der Benrather Schlosspark, von dort fĂĽhrt ein durchgehender Pfad entlang des Flusses bis zur RheinmĂĽndung. Wenig Höhenunterschied, kaum Asphalt.
  • Längere Strecke (2–3 Stunden): Die DĂĽssel von Gerresheim bis Eller lässt sich auf einem größtenteils ununterbrochenen GrĂĽnzug erwandern. Wer frĂĽh startet, kann diesen Abschnitt mit einem Abstecher in den Grafenberger Wald verbinden – gut 10 Kilometer insgesamt.
  • Familien mit Kindern: Der Benrather Schlosspark mit dem anschlieĂźenden Itter-Ufer ist erste Wahl. Breite Wiesenflächen, Schatten durch alten Baumbestand, Spielbereich im Park. Die Itter ist an vielen Stellen flach genug, um gefahrlos nah heranzutreten.

Aus Redaktionssicht gilt: Wer die Nebenflüsse Düsseldorfs neu entdecken möchte, sollte mit dem Itter-Abschnitt in Benrath beginnen. Der Einstieg ist niedrigschwellig, die Natur unmittelbar – und das Erlebnis kaum vergleichbar mit dem, was man sonst im dicht bebauten Stadtgebiet findet.

Welche Runde passt zu Ihnen – Touren-Ideen für 1 bis 3 Stunden?

Ein paar konkrete Vorschläge, die sich in der Praxis bewährt haben:

Runde 1: DĂĽssel-Spaziergang Gerresheim (ca. 1,5 Stunden)

Startpunkt: S-Bahn-Haltestelle Gerresheim. Von dort dem Düssel-Ufer Richtung Westen folgen bis zur Eller Forst. Der Weg führt durch Auenwiesen und vorbei an alten Uferbauwerken. Rückweg über die Gerresheimer Landstraße oder per S-Bahn. Gesamtlänge etwa 5–6 Kilometer.

Runde 2: Itter-Schleife Benrath–Urdenbach (ca. 2 bis 2,5 Stunden)

Startpunkt: S-Bahn Benrath, kurzer Weg in den Schlosspark. Entlang der Itter südwärts bis Urdenbach, dort auf den Rheindeich und über die Urdenbacher Kämpe zurück. Wer mag, schließt die Runde am Rheinufer ab. Rund 9 Kilometer, überwiegend flach. Das Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe ist vor Ort mit Informationstafeln ausgeschildert, die Fauna und Flora erläutern.

Runde 3: Rhein-Schleife Kaiserswerth (ca. 1 Stunde)

Startpunkt: Straßenbahn Kaiserswerth. Vom historischen Ortskern über das Rheinufer zur Kaiserpfalz und zurück durch die alten Gassen. Eine kurze, abwechslungsreiche Route – besonders schön im Abendlicht. Hinweis: Die Mündung des Angerbachs liegt deutlich nördlicher in Duisburg-Angerhausen und ist von Kaiserswerth aus kein sinnvoller Tagesausflug.

Runde 4: DĂĽssel-GrĂĽnzug DĂĽsseltal und Hofgarten (ca. 1 Stunde)

Startpunkt: S-Bahn-Haltepunkt Düsseldorf Volksgarten (S-Bahn). Der Grünzug folgt der Düssel durch den Hofgarten Richtung Altstadt. Wer weiter möchte, erreicht in etwa 20 Minuten Fußweg das Rheinufer und kann dort die Tour mit Rheinblick abrunden. Stadtnah, aber überraschend grün – und einer der wenigen Abschnitte, wo die Düssel mitten im Stadtgebiet wirklich offen fließt.

Worauf sollten Sie beim Spaziergänge an Düsseldorfer Bächen achten?

Hochwasser und Nässe sollten Sie nicht unterschätzen. Sowohl die Itter als auch die Düssel können nach starken Regenfällen oder im Frühjahr deutlich mehr Wasser führen. Ufernahe Wege werden dann schnell aufgeweicht und rutschig – besonders an unbefestigten Abschnitten wie dem Itter-Unterlauf. Prüfen Sie vor längeren Touren kurz den Wetterbericht. Nach Starkregen lieber einen Tag warten.

An naturnahen Gewässerabschnitten wie der Urdenbacher Kämpe gelten besondere Regeln. Das Gebiet ist als Naturschutzgebiet nach nordrhein-westfälischem Recht ausgewiesen – das bedeutet: Hunde an der Leine, keine Lagerfeuer, kein Pflücken von Pflanzen, kein Betreten der Flachwasserbereiche außerhalb der markierten Pfade. Gerade zur Brutzeit von März bis Juli reagieren Vögel empfindlich auf Störungen.

Ein paar weitere Punkte, die beim Spaziergänge an Düsseldorfer Bächen häufig übersehen werden:

  • Festes Schuhwerk lohnt sich, selbst auf scheinbar befestigten Wegen – Wurzelwerk und Feuchtigkeit machen manchen Abschnitt anspruchsvoller als erwartet.
  • MĂĽll gehört nicht ins GebĂĽsch und nicht ins Wasser. An Hauptzugängen stehen meist MĂĽlleimer, weiter abseits nicht.
  • Einige Abschnitte der DĂĽssel und Itter sind in der Nacht schlecht ausgeleuchtet – bei frĂĽhmorgendlichen oder abendlichen Touren empfiehlt sich eine Taschenlampe.
  • Parken ist entlang der Ufer oft eingeschränkt. Alle hier genannten Startpunkte sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Fazit

Düsseldorf ist weit mehr als nur der Rhein: Kleinere Flüsse und Bäche prägen vielerorts das Stadtbild, und wer die Nebenflüsse Düsseldorfs zu Fuß erkundet, entdeckt eine überraschend grüne Stadt. Düssel, Itter und Angerbach folgen jeweils sehr unterschiedlichen Logiken – von der naturnahen Auenlandschaft der Urdenbacher Kämpe bis zum offen geführten Stadtbach im Düsseltal. Wer einsteigen möchte, dem empfehlen wir die Itter zwischen Benrath und Urdenbach als ersten Ausflug. Als Nächstes bietet sich die Düssel von Gerresheim Richtung Grafenberger Wald an. Alle Touren sind gut mit Bus und Bahn erreichbar – und liefern ein Bild der Stadt, das sich vom üblichen Rheinufer-Spaziergang deutlich unterscheidet. Wenn Sie anschließend auch Rheinabschnitte in Düsseldorf mit Promenade und Sichtpunkten erkunden möchten, passt das ideal als Ergänzung.

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