Wo mündet die Düssel in den Rhein? Routen zu den vier Orten, Entfernungen und Fotospots
Wo mündet die Düssel in den Rhein? Nicht an einer einzigen Stelle, sondern über mehrere Mündungsarme, die sich über das Düsseldorfer Ufer verteilen. Die beiden bekanntesten Arme liegen im Bereich der Altstadt und des Hofgartens – direkt am Mannesmannufer und nahe dem Schlossturm –, zwei weitere Mündungsarme befinden sich weiter südlich im Bereich Düsseldorf-Hamm. Der Namensgeber der Stadt fließt also gleich mehrfach in den Rhein. Ein Umstand, der selbst vielen Einheimischen nicht geläufig ist.
Das liegt unter anderem daran, dass die Düssel über weite Strecken verrohrt oder kanalisiert verläuft. Nur in wenigen Abschnitten – im Hofgarten, nahe dem Schlossturm und in den östlichen Stadtteilen – ist der Fluss oberirdisch sichtbar. Der Zusammenhang zwischen Stadtname und Mündungsfluss ist kein Zufall: „Düsseldorf" leitet sich etymologisch direkt aus „Düssel" und „Dorf" ab. Die Mündungszone markiert damit die historische Keimzelle der Stadt. Wer dabei auch die Grundidee der Namensgebung vertiefen möchte, findet im Beitrag Rhein oder Düssel: Wo Düsseldorf liegt und was die Namen bedeuten weitere Hintergründe.
Die vier Mündungsstellen der Düssel im Überblick
Die Mündungsarme der Düssel am Rhein lassen sich grob in zwei Bereiche gliedern: die nördlichen Arme im Altstadtbereich und die südlicheren Arme im Bereich Düsseldorf-Hamm. Alle vier Stellen sind öffentlich zugänglich, unterscheiden sich aber stark in ihrer Erreichbarkeit, ihrer Atmosphäre und ihrem fotografischen Potenzial.
Mündungsarm 1: Alter Stadtgraben / Mannesmannufer (Altstadtseite)
Der wohl bekannteste Mündungsbereich liegt unmittelbar nördlich des Schlossturms am Mannesmannufer. Hier endet ein kanalisierter Düsselarm, der früher als Stadtgraben fungierte. Die Lage direkt an der Rheinpromenade macht diesen Ort zum zugänglichsten der vier Mündungsstellen. ÖPNV: U-Bahnhof „Heinrich-Heine-Allee" (Linien U70–U79), von dort rund 8 Gehminuten entlang des Burgplatzes zum Mannesmannufer. Alternativ Straßenbahn-Haltestelle „Tonhalle/Ehrenhof" (Linie 707, U78/U79), von dort ca. 10 Minuten südwärts entlang des Rheinufers.
Mündungsarm 2: Hofgartenbereich / nördlich Oberkasseler Brücke
Ein weiterer Mündungsarm liegt nördlich der Altstadt im Bereich des Hofgartens, nahe der Oberkasseler Brücke. Dieser Arm ist oberirdisch teils im Hofgarten sichtbar und tritt nahe dem Rheinufer wieder ans Tageslicht. ÖPNV: Haltestelle „Tonhalle/Ehrenhof" (U78/U79, Linie 707); von dort wenige Gehminuten rheinaufwärts zum Mündungsbereich. Zu Fuß vom Hauptbahnhof: ca. 25–30 Minuten über die Berliner Allee und den Hofgarten.
Mündungsarm 3: Rheinufer Höhe Lausward / Düsseldorf-Hamm (nördlicher Südarm)
Weiter südlich, im Übergangsbereich zur Lausward, trifft ein weiterer Düsselarm auf den Rhein. Das Umfeld ist industrieller geprägt – Hafenstrukturen, Kaianlage – und damit fotografisch eine andere Welt als die Altstadtpromenade. ÖPNV: S-Bahn-Linien S8/S68 bis „Düsseldorf-Hamm" oder Buslinie 725 Richtung Lausward; von der Haltestelle „Völklinger Straße" sind es rund 10–15 Gehminuten zum Ufer.
Mündungsarm 4: Südlichster Arm im Bereich Düsseldorf-Hamm / Reisholzer Werft
Der südlichste Mündungsbereich liegt im Bereich zwischen Düsseldorf-Hamm und der Reisholzer Werft. Hier mündet der östlichste Düsselarm in den Rhein; der Ort ist kaum ausgeschildert und entsprechend unbekannt. Gerade deshalb lohnt er sich für alle, die Düsseldorf abseits der Touristenrouten erleben möchten. ÖPNV: S8/S68 bis „Düsseldorf-Hamm"; von dort rund 15–20 Minuten zu Fuß entlang des Rheindeichs nach Süden. Alternativ: Rad ab Hauptbahnhof über die Erkrather Straße, ca. 30–35 Minuten.
Welche Routen führen zu den vier Mündungsstellen der Düssel?
Wer alle vier Mündungsorte an einem Tag verbinden möchte, legt sinnvollerweise von Nord nach Süd zurück – oder umgekehrt. Per Rad ist das eine machbare Halbtour; zu Fuß sollten Sie einen vollen Tag einplanen. Hier ein kompakter Überblick, jeweils ab dem nächstgelegenen ÖPNV-Knotenpunkt.
| Mündungsarm | Nächste Haltestelle | Fußweg zur Mündung | Radweg ab Hbf (ca.) |
|---|---|---|---|
| Arm 1: Mannesmannufer | Heinrich-Heine-Allee (U70–U79) | ca. 8 Min. | 15–18 Min. |
| Arm 2: Hofgarten / nördl. Oberkasseler Brücke | Tonhalle/Ehrenhof (U78/U79, Linie 707) | ca. 5–8 Min. | 18–22 Min. |
| Arm 3: Lausward / Düsseldorf-Hamm Nord | Düsseldorf-Hamm (S8/S68), Völklinger Str. | ca. 10–15 Min. | 25–30 Min. |
| Arm 4: Düsseldorf-Hamm / Reisholzer Werft | Düsseldorf-Hamm (S8/S68) | ca. 15–20 Min. | 30–35 Min. |
Alle Fußwegangaben sind Wegstrecken, keine Luftlinien. Radzeiten gelten für ein gemäßigtes Tempo auf ausgeschilderten Radwegen entlang des Rheinufers und der Hafenstraße. Der Düsselradweg – so die in Düsseldorf gebräuchliche Bezeichnung für den beschilderten Uferweg entlang der Düssel – verbindet die östlichen Stadtteile mit den nördlichen Mündungsarmen und ist für Ortsunkundige das verlässlichste Orientierungsmittel. Wenn Sie darüber hinaus weitere Flussläufe in Düsseldorf erkunden möchten, passt dazu die Übersicht: Düssel, Itter, Angerbach und weitere Gewässer in Düsseldorf.
Fotospots an den vier Mündungsorten – was lohnt sich wann?
Die vier Mündungsarme unterscheiden sich so stark, dass jeder für eine andere Bildsprache steht. Hier die wichtigsten Anhaltspunkte je Standort.
Arm 1: Mannesmannufer – Stadtsilhouette trifft Flussmündung
Hier entsteht das klassische Düsseldorf-Bild: Schlossturm im Hintergrund, Rheinpromenade, abendliches Licht über dem Strom. Die Mündungsstelle selbst ist unscheinbar, aber die Umgebung liefert Kontext. Beste Zeit: abends ab 18 Uhr im Sommer, wenn das Licht von Westen auf die Uferzone fällt. Langer Brennweitenbereich (85–200 mm) für Kompressionseffekte mit den Brücken im Hintergrund.
Arm 2: Hofgartenseite – Parkidylle und Weite
Frühmorgens, wenn der Hofgarten noch leer ist, lassen sich Spiegelungen und diffuses Licht kombinieren. Im Frühling sorgt der Kirschblütenbereich nahe der Uferpromenade für satte Bildstimmungen. Weit- und Normalbrennweite (24–50 mm) funktioniert hier am besten – Tiefe in die Komposition, Rhein als Horizont.
Arm 3: Lausward – Industrie und Wasser
Kräne, Hafenbecken, Rheinbrücke im Hintergrund. Wer einen urbanen, rauen Look sucht, wird hier fündig. Gegenlicht am frühen Morgen, wenn Nebel über dem Hafenbassin hängt, liefert starke Atmosphäre. Hinweis: Teile der Lausward sind Industriegelände; halten Sie sich an öffentlich zugängliche Uferstreifen und Deichwege.
Arm 4: Reisholzer Werft – Stille und Randlage
Kaum Publikum, kein Touristentrubel. Die Mündungszone ist unverbaut, der Rhein hier breiter wirkend als in der Innenstadt. Für Fotografinnen und Fotografen, die weite Stromlandschaften bevorzugen, ist dieser Standort der stärkste der vier Orte. Blaue Stunde kurz nach Sonnenuntergang – mit Stativ und langer Belichtung entstehen glatte Wasseroberflächen und warme Himmelsfarben.
Was Sie vor dem Ausflug wissen sollten
- Hochwasser beachten: Bei erhöhtem Rheinpegel werden Teile der Uferwege überflutet, besonders im Bereich Lausward und Reisholzer Werft. Aktuelle Pegelstände zeigt der Hochwasserportal NRW in Echtzeit. Ab einem Pegel von etwa 6,20 m am Pegel Düsseldorf empfiehlt sich Abstand von den ufernahen Mündungsbereichen.
- Rutschgefahr: Unbefestigte Deich- und Uferwege – vor allem im Bereich Düsseldorf-Hamm – werden nach Regen glitschig. Festes Schuhwerk ist sinnvoll, kein Luxus.
- Barrierefreiheit: Arm 1 (Mannesmannufer) und Arm 2 (Hofgarten) sind gut befestigt und weitgehend barriereart zugänglich. Die Arme 3 und 4 verlaufen teils über Schotterwege und unbefestigte Deichpfade – mit Kinderwagen oder Rollstuhl schwierig.
- Industriegelände: Der Bereich Lausward und Reisholzer Werft grenzt an privates Hafengelände. Bleiben Sie auf öffentlichen Wegen; Absperrungen sind zu respektieren.
- Fahrrad: Entlang des Rheinuferwegs ist Radfahren erlaubt; im Hofgarten gilt Schrittgeschwindigkeit und Rücksicht auf Fußgänger.
Aus Redaktionssicht empfehlen wir, die südlichen Mündungsarme 3 und 4 an einem separaten Tag zu erkunden und dabei mit dem Rad anzureisen – die Wege sind zu lang für eine entspannte Kombination mit den nördlichen Altstadtarmen zu Fuß.
Fazit
Wo mündet die Düssel in den Rhein? In Düsseldorf an vier Stellen – unscheinbar, historisch bedeutsam und fotogen. Die beiden nördlichen Mündungsarme am Mannesmannufer und nahe der Oberkasseler Brücke sind schnell und komfortabel per U-Bahn erreichbar; die südlichen Arme im Bereich Düsseldorf-Hamm und Reisholzer Werft brauchen etwas mehr Planung, belohnen aber mit ungestörter Rheinatmosphäre. Mit den vier beschriebenen Routen erreichen Sie jede Mündungsstelle bequem zu Fuß oder per Rad – und sehen dabei einen Teil von Düsseldorf, den viele nur vom Namen kennen.